Die Reise kann losgehen!

Die Reise hat bereits vor einiger Zeit begonnen und ich habe auch seit ziemlich Anfang an das Reisetagebuch, welches ich von meiner Nachbarin erhalten habe benutzt, um meine Gedanken aufzuschreiben. Nun möchte ich diese jedoch doch noch mit euch Online teilen.

Nach intensivem Packen von allen unseren Sachen in unserer Wohnung und drei sehr anstrengenden Reinigungstagen haben wir noch zwei Nächte im Hilton Hotel verbracht. Eine sehr gute Freundin kam mich am letzten Abend noch mit ihrer Tochter besuchen. Das hat mich sehr gefreut. Denn ich werde sie bestimmt sehr vermissen.

Nachdem wir unsere Wohnung an unsere zwei Untermieterinnen aus Milano übergeben haben, ging es los. Mit dem Taxi am Flughafen angekommen (3 Stunden vorher, wegen Corona), ging es mit noch etwas mehr Nervosität als sonst zum Check-in. Die Kolonne war noch nicht sehr lang, aber die Dauer pro Reisenden gefühlsmässig doch eher überdurchschnittlich. Als wir dann an die Reihe kamen, war alles gut soweit. Doch dann verlangte die Dame am Schalter ein Dokument, welches ich Online zwei Tage zuvor ausgefüllt habe. Doch laut aktuellen Beschrieb Online immer noch mit dem Status „pending“ war. Die Frau wollte aber ein Stück Papier und wollte uns deshalb nicht einchecken. Dies liess mein Herz noch schneller schlagen. Nach langer Diskussion, war klar, dass wir eigentlich alles was wir machen mussten, gemacht haben und somit dem Check-in nichts mehr im Wege stand. (Später in Ghana war klar, dass der Status pending da war, weil wir den Corona Test in Ghana noch nicht gemacht hatten.)

Bei den Gates wo unser Flieger startete gab es einen kleine Spielplatz, dort liessen wir unsere Kinder noch etwas austoben. Als wir dann zum „boarding“ gingen und kurz danach der Flieger auch bereits startete, war Skyah ziemlich ängstlich. Zum guten Glück ist sie durch meinen wunderschönen Gesang dann sehr schnell eingeschlafen. Der Flug verging extrem schnell. Skyah hat den gesamten Flug durchgeschlafen und ist pünktlich beim Aussteigen wieder aufgewacht.

Flugzeuge anschauen, dieses Mal nicht nur im Büchlein
Auf dem Weg Richtung Gates beim Zürich Flughafen
Im Flugzeug Richtung Amsterdam (Sehr empfehlenswert: Tiptoi Stift mit einem Buch und Kopfhörern

In Amsterdam angekommen, liefen wir zum Gate. Da Skyah selber laufen durfte, kamen wir auch ziemlich pünktlich, als das Boarding für Fluggäste mit Kleinkindern begann, bei dem Gate an. Mit Kleinkindern, darf man immer bereits vor allen anderen Gästen ins Flugzeug steigen – was ich bereits mit Silas ersten Flug nach Ghana sehr toll fand. Denn beim Reihen bilden und zuhören, wer als nächstes ins Flugzeug steigen darf, sind die Ghanaer immer etwas amüsant. So mussten wir nicht drängeln und um einen Platz für unser Handgepäck bangen. Warst du bereits einmal in einem Flug nach Ghana? In allen meinen Flügen nach Ghana, hatten diese immer enorm viel Handgepäck.

Mit zwei Kindern und einer so langen Reise, muss natürlich vorgesorgt sein. So habe ich mit sehr vielen unterschiedlichen Snacks, Klebern, ein Skizze-Buch, Malstifte sowie Tiptoi Stift mit Kopfhörer etc. vorgesorgt. Auch meine Schwester (Silas Gotti) hat ein super tolles Reise-Kit, mit zusätzlichen Stiften, mittelgrossen Pixi Büchern und einen Stoff mit Autostrasse für Silas in einem selbst genähten Säckchen zusammengestellt. Meine Schwester ist halt schon sehr kreativ in solchen Sachen und ich finde es immer so cool, wie sie ihre Ideen immer gleich anpackt und erledigt.

Silas war die gesamte Reise so chillig. Ehrlichgesagt machte ich mir da auch gar keine grossen Sorgen, schliesslich war er schon immer ein Kind, welches sich sehr gut mit ruhigen Aktivitäten beschäftigen konnte. Was ich jedoch nicht mit einberechnet habe, Silas ist nun bereits 4 Jahre alt und weiss, für was der Bildschirm beim Vordersitz ist. So muss ich zugeben, dass er praktisch die gesamte Reise durch nur Filme gekuckt hat. Aber da ich sonst immer darauf achte, dass er sich anderweitig beschäftigt, habe ich ihn einfach gelassen. Es war mir in diesem Moment lieber, dass er zufrieden ist und sich nicht beklagt. Denn so eine lange Reise empfinde ich auch ohne Kinder bereits anstrengend.

Skyah ist da eher anders, sie ist 1 Jahr und 8 Monate alt und unser Action Kind. Sie beschäftigt sich logischerweise noch nicht all zu lange mit einem Ding. So habe ich sie immer wieder mal mit Essen vollgestopft und mit meinen Geheimwaffen unterhalten. Das war schon anstrengend, da es mir vorallem wichtig war, dass sie nicht zu laut ist. Es könnte ja die anderen Gäste stören. Die letzten zwei Stunden ist sie dann tatsächlich noch eingeschlafen.

Am Flughafen angekommen, sind wir als Letztes aufgestanden und doch sind wir mitten beim Ausstieg in einer nicht bewegenden Kolonne gestanden. Da fingen meine Schuldgefühle an, ich fühlte mich schuldig, dass ich Silas praktisch die gesamten 6.5 Stunden Flug durchgamen und Filme schauen liess. Aber man ist halt irgendwo durch ab und zu egoistisch und das darf man meiner Meinung manchmal auch sein.

Irgendwann ging es dann vorwärts und einige Meter später kam bereits eine nächste noch längere Kolonne. „Oh mein Gott“, dachte ich mir, „wie lange wird es wohl dauern, bis wir den Flughafen verlassen können. Sind wir immer noch negativ? Ein weiterer Covid-Test wartet ja noch auf uns. Wird das Stäbchen durch den Mund oder durch die Nase gebohrt?“

Ich weiss nicht ob wir Glück hatten oder ob der liebe Herr das Geld in mir sah, aber er war so lieb und hat uns an der ganzen Reihe vorbeigebracht und wir konnten unseren Abstrich, der übrigens durch die Nase ging, machen. Halb so wild, der Test war gar nicht so schlimm, wie ich angenommen habe. Wer mich kennt weiss, dass ich immer sehr viele Youtube-Videos schaue – dieses Mal hat es mich wohl eher negativ beeinflusst.

Nach dem Abstrich ging es dann weiter zur Passkontrolle, das Personal dort ist immer extrem gut gelaunt (Sarkasmus wieder aus). Aber man kann es ihnen nicht übel nehmen, all diese Pässe und Visum zu kontrollieren, stelle ich nicht als sehr erfüllend vor. Nach der Kontrolle ging es auch bereits weiter zur Gepäcksausgabe. Mittlerweile waren wir alle sehr müde. Silas von der langen Reise und wohl auch etwas überflutet von den zu vielen Filmen. Als ich dann beim Warten aufs Gepäck auf die Toilette ging, hörte ich einen sehr lauten Schrei, welcher sehr nach meinem Silas klang. „Was ist denn jetzt passiert?“, habe ich mir gedacht. Als ich zurück kam, stellte sich heraus, dass er auch in den Kinderwagen wollte, weil er so müde war. Nur war das leider nicht möglich, da dieser durch Skyah besetzt wurde und wir mit dem ganzen Gepäck irgendwie Richtung Schalter vor dem Ausgang mussten.

Beim Warten aufs Gepäck

In der Kolonne vor dem Schalter, spielte sich genau die zuvor beschriebene Situation betreffend Schlange stehen ab. Jeder drängelte sich in einer Selbstverständlichkeit vor mich. Und ich mit meiner wohl viel zu lieben Art, liess dies einfach zu. Irgendwann habe ich es dann geschafft, den Weg mit dem Kinderwagen abzusperren und gelang so endlich an den Schalter, wo wir unsere Testergebnisse erhielten. Mit einem Blick auf das A4 Blatt mit vollem Text fand ich es dann endlich: NEGATIV! Wir sind negativ. Nach zwei Stunden im Flughafen stand der Einreise endlich nichts mehr entgegen.

Joana und Christian standen mit den drei Jungs bereits beim Ausgang und empfingen uns mit offenen Armen. Wie schön, endlich wieder zusammen zu sein. Mein Gott sind die alle gross geworden. Dave ist nun ein Teenie, kein Junge mehr. Auch Leroy und Zachary sind sehr gewachsen. Unglaublich, wie man bei den Kindern sieht, wie die Zeit vergeht.

Bei der Autofahrt vom Flughafen bis Zuhause stand bei einem Rotlicht ein Mann in einem dunkelgrauen Lamborgini neben uns. Ja, einem Lamborgini. Falls du gedacht hast, dass es sowas in Ghana nicht gibt, dann liegst du vollkommen falsch. Es gibt in Ghana sehr viele Menschen, mit sehr viel Geld. Leider ist die Kluft zwischen Arm und Reich aber sehr gross.

Diese Situation wiederspiegelte diese Tatsache perfekt. Denn neben dem Auto standen Kinder, welche beim Rotlicht jeweils Sachen verkaufen (hierzu werde ich bestimmt bald auch einen Blogeintrag erfassen). Die Kids freuten sich total und schauten beim Fenster rein und winkten dem Herrn zu. Dieser sah irgendwie total genervt aus und hat den Kids keine Sekunde geschenkt. „So ein arrogantes Arschloch“, dachte ich mir und sagte gleich nach meinen Gedanken zu Joana und Dave (wir sassen im einen Auto): „So ignorant“.
Jetzt reflektierend, kann ich mir vorstellen, dass er solche Situationen öfters antrifft und deshalb wohl nicht immer reagiert. Trotzdem kann ich es nicht verstehen.

Zuhause angekommen, fielen wir alle sehr müde ins Bett, die Reise war wirklich anstrengend.

Bald folgen Geschichten aus Ghana…

Was wir für unsere Reise benötigten (kann jetzt schon wieder anders sein, informiere dich besser selbst, was es aktuell braucht):

  • Gültiger Reisepass mit entsprechendem Visum (https://berne.mfa.gov.gh)
  • Gültiger negativer Covid-Test, der nicht älter als 72h ist, wir haben dies im https://testzentren.ch gemacht, dort erhält man das Ergebnis noch am selben Tag per E-Mail, falls dieser noch am morgen gemacht wurde. Kosten: Fr. 120.-
  • Login auf https://globalhaven.org/, wo man das Testergebnis hochladen muss und anschliessend eine Bestätigung erhält
  • Covid-Test in Ghana bereits bezahlt; $150 für Ausländer $50 für Ghanäer (https://myfrontierhealthcare.com/Home/Ghana)
  • Health Declaration Form, welches wir zwei Tage vor Abreise ausfüllten und beim Flughafen mit „pending“ versehen war (https://ghs-hdf.org/)
  • Gültiger Impfausweis (Gelbfieber Impfung ist bei Einreise Pflicht)

Hinterlasse einen Kommentar